Inhalt
- Warum die Inseln überhaupt verkauft werden mussten
- Vom Angebot bis heute
- Wer gekauft hat und zu welchem Preis
- Der Verkauf in Zahlen
- Wohin das Geld aus dem Verkauf fließt
- Das Resort, das seit 2025 offen sein sollte
- Der Streit um 5,7 Millionen Dollar Steuern
- Angekündigt und eingetreten
- Was das Spiel mit dem Verkauf zu tun hat
- Häufige Fragen
- Quellen und Belege
Das Wichtigste in Kürze
- Der Vergleich von 2022 zwang den Nachlass, beide Inseln an unabhängige Dritte zu verkaufen 1.
- Angeboten wurden sie ab März 2022 für 125 Millionen Dollar, verkauft am 3. Mai 2023 für 60 Millionen 3,10.
- Käufer ist der Investor Stephen Deckoff, seit 2011 in den Jungferninseln ansässig, über seine Firma SD Investments 4,3.
- Die Hälfte des Erlöses aus Little St. James ist für einen Opferfonds der Inselregierung bestimmt 1,3.
- Das angekündigte Resort mit 25 Zimmern gibt es bis September 2026 nicht; aktenkundig ist nur ein Antrag für eine Lagerhalle 6,7.
Warum die Inseln überhaupt verkauft werden mussten
Der Verkauf war keine freie Entscheidung des Nachlasses, sondern Teil eines Vergleichs. Ende November 2022 einigte sich die Generalstaatsanwältin der Amerikanischen Jungferninseln, Denise N. George, mit dem Nachlass, zwei Testamentsvollstreckern und mehreren Firmen auf eine Zahlung von 105 Millionen Dollar in bar, dazu die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf von Little St. James, 450.000 Dollar für Umweltschäden auf Great St. James und die Rückgabe von mehr als 80 Millionen Dollar an Steuervorteilen 1.
Der Vergleich verlangt ausdrücklich, dass der Nachlass beide Inseln an unabhängige Dritte verkauft und sein Geschäft in den Jungferninseln abwickelt 1.
Die Zweckbindung des Geldes steht ebenfalls in der Vereinbarung: Der Anteil aus dem Inselverkauf fließt in einen von der Regierung errichteten Fonds für Beratung, Hilfen und Programme für Opfer von sexueller Gewalt, Menschenhandel und Missbrauch 1. Die Behörde begründet das damit, dass Little St. James die Insel war, auf der Epstein lebte und auf der viele seiner Taten begangen wurden 1.
Vom Angebot bis heute
Die Eckpunkte des Eigentümerwechsels und was danach geschah.
Beide Inseln kommen auf den Markt
Der Nachlass bietet Little St. James und Great St. James zusammen für 125 Millionen Dollar an; ein Anwalt des Nachlasses erklärt, der Erlös solle offene Klagen und laufende Kosten decken 10.
Preis gesenkt
Nachdem sich kein Käufer findet, sinkt die Forderung; zuletzt stehen die Inseln für 110 Millionen Dollar in der Liste 3.
Verkauf für 60 Millionen Dollar
SD Investments gibt den Kauf beider Inseln bekannt und kündigt ein Fünf-Sterne-Resort mit 25 Zimmern an, Eröffnung vorgesehen für 2025 4.
Erster Bauantrag
Bei der Küstenschutzbehörde geht ein Antrag für eine Lagerhalle von rund 8.800 Quadratfuß ein, samt Zisterne unter dem Hallenboden 6.
Antrag unvollständig
Der Direktor der Küstenschutzbehörde, Marlon Hibbert, erklärt, der Antrag sei unvollständig, weil die Umweltprüfung fehle; ein Resortantrag liegt nicht vor 6.
Klage um Steuern
Der Käufer verklagt die Regierung der Jungferninseln vor dem Bundesbezirksgericht auf Rückzahlung von mindestens 5.757.038 Dollar Einkommensteuer für das Jahr 2021 11.
Weiterhin kein Resort
Ein Bericht hält fest, dass das angekündigte Resort bis dahin nicht gebaut wurde; die Regierung hat bis zum 19. Oktober Zeit, auf die Klage zu antworten 7.
Wer gekauft hat und zu welchem Preis
Käufer ist SD Investments, eine Investmentfirma des Finanzinvestors Stephen Deckoff. Die Mitteilung vom 3. Mai 2023 nennt ihn als Käufer beider Inseln und hält fest, dass er seit 2011 in den Amerikanischen Jungferninseln lebt 4.
Der Preis lag bei 60 Millionen Dollar für beide Inseln zusammen, also deutlich unter der ursprünglichen Forderung von 125 Millionen 3,5. Zum Vergleich: Little St. James allein hatte Epstein 1998 für 7,95 Millionen Dollar gekauft 8.
Die Firmenstruktur ist seither gewachsen. In Gerichtsunterlagen des Jahres 2026 tritt als Eigentümerin von Little St. James die Gesellschaft LSJVI, LLC auf, die dem Käufer zugerechnet wird 9.
In seiner Mitteilung sprach der Käufer davon, der Region ein Ziel von Weltrang bringen zu wollen, das ihrer natürlichen Schönheit entspreche 4,7. Über die vorhandenen Gebäude sagte die Mitteilung nichts 4.
Der Verkauf in Zahlen
Wohin das Geld aus dem Verkauf fließt
Die Hälfte des Erlöses aus Little St. James geht an die Regierung der Jungferninseln und ist für den Opferfonds zweckgebunden 1,3. In der Berichterstattung zum Verkauf wurde dieser Anteil mit rund 30 Millionen Dollar beziffert, die Mitteilung des Käufers spricht von einem erheblichen Teil des Kaufpreises 4.
Ganz sauber lässt sich die Zahl nicht nachrechnen. Verkauft wurden beide Inseln in einem Paket, der Vergleich bezieht sich aber nur auf Little St. James, und keine der Quellen erklärt, wie der Preis auf die beiden Inseln aufgeteilt wurde 3,1.
Daneben stehen die übrigen Posten des Vergleichs: 105 Millionen Dollar in bar, mehr als 80 Millionen Dollar zurückgegebene Steuervorteile und 450.000 Dollar für Umweltschäden 1. Die Generalstaatsanwaltschaft nannte es den größten Vergleich in der Geschichte des Territoriums 1.
Gut zu wissenWer eine exakte Summe für den Opferfonds nennt, geht über die Quellen hinaus. Belegt ist die Hälfte des Erlöses aus einer der beiden Inseln, nicht ein Betrag.
Das Resort, das seit 2025 offen sein sollte
Die Ankündigung war konkret: ein Fünf-Sterne-Resort mit 25 Zimmern, das Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus stärken sollte, mit Eröffnung 2025 4,7.
Aus den Behördenakten lässt sich davon nichts ablesen. Bis Februar 2026 war der einzige Bauantrag des neuen Eigentümers ein Antrag für eine Lagerhalle; die Zeichnungen sehen vor, mehrere kleinere Blechhallen abzutragen und durch eine halbrunde Betonhalle zu ersetzen 6.
Im März 2026 erklärte eine Sprecherin der zuständigen Planungsbehörde, es seien keine Pläne für ein Resort auf einer der beiden Inseln eingegangen 8. Im Mai 2026 hieß es von der Eigentümerseite nur, zur Entwicklung gebe es derzeit keinen weiteren Kommentar 9.
Damit steht der Plan seit drei Jahren auf dem Papier. Ein Rückzug wurde nicht erklärt, ein Weiterverkauf oder ein neues Verkaufsangebot ist nicht bekannt 7.
Im Mai 2026 äußerte sich ein Sprecher der Liegenschaft: Der heutige Eigentümer und seine Familie hätten Epstein nie getroffen, die Verwaltung arbeite gegen unerwünschte Besucher mit den Behörden zusammen, und von dem Resort oder einer Bewegung in diese Richtung sei nichts zu sehen 12.
Der Streit um 5,7 Millionen Dollar Steuern
Am 7. Juli 2026 reichte der Käufer beim Bundesbezirksgericht der Jungferninseln Klage gegen die Regierung des Territoriums ein. Es geht um die Einkommensteuer für das Jahr 2021, die er als Überzahlung zurückfordert: mindestens 5.757.038 Dollar 11,7.
Der Kern des Streits ist der steuerliche Wohnsitz. Die US-Steuerbehörde prüfte ab 2024 und vertritt die Auffassung, er sei 2021 kein Einwohner der Jungferninseln im steuerlichen Sinn gewesen und schulde dem Territorium deshalb keine Steuer auf Einkünfte von außerhalb 7,11.
Interessant ist eine Abweichung in den eigenen Angaben: In der Klageschrift heißt es, er sei seit 2012 Einwohner der Jungferninseln gewesen, in der Verkaufsmitteilung von 2023 stand seit 2011 11,4.
Die Steuerbehörde des Territoriums hatte den im November eingereichten Erstattungsantrag bis zur Klage weder bewilligt noch abgelehnt; weder die Regierung noch die Seite des Käufers äußerten sich öffentlich dazu 11. Die Regierung hatte bis zum 19. Oktober 2026 Zeit, auf die Klage zu antworten 7.
Angekündigt und eingetreten
| Punkt | Ankündigung 2023 | Stand September 2026 |
|---|---|---|
| Resort mit 25 Zimmern | Am 3. Mai 2023 angekündigt 4 | Nicht gebaut 7 |
| Eröffnung | Vorgesehen für 2025 4 | Kein neues Datum genannt 7 |
| Planung | Architekten und Ingenieure angekündigt 4 | Ein unvollständiger Antrag für eine Lagerhalle 6 |
| Behörden | Jedes Bauvorhaben ist genehmigungspflichtig 6 | Planungsbehörde meldet im März 2026 keine Resortpläne 8 |
| Verhältnis zum Territorium | Mitteilung betont Ansässigkeit seit 2011 4 | Klage gegen die Regierung um Steuern für 2021 7 |
Im Spiel
Was das Spiel mit dem Verkauf zu tun hat
Nichts von alldem steckt in der Handlung. Epstein Island Game ist Satire auf einer erfundenen Insel; es gibt darin keinen Investor, keinen Vergleich und kein Resortprojekt. Der Grund, warum dieser Artikel neben dem Spiel steht, ist ein anderer: Wer nach der Insel sucht, stößt auf Schlagzeilen über Preise und Pläne und findet selten die Akten dahinter.
Das Spiel läuft in Version 0.12.0 im Browser und als Paket für Windows, macOS und Linux. Die Pakete kosten 39,99 Euro für den Singleplayer, 19,99 Euro für den Multiplayer und 49,99 Euro für beides zusammen, einmalig, mit Schlüssel per Mail und 14 Tagen Widerrufsrecht.
- Wie die Insel aussieht, steht in der Übersicht
- Was heute vom Wasser aus zu sehen ist, steht in Kann man die Insel besuchen
- Die Reihenfolge aller Ereignisse steht in der Zeitleiste
Häufige Fragen
Für wie viel wurde Epstein Island verkauft?
Für 60 Millionen Dollar, zusammen mit der Nachbarinsel Great St. James. Gefordert waren ab März 2022 zunächst 125 Millionen Dollar 3,10.
Wer hat die Insel gekauft?
Der Finanzinvestor Stephen Deckoff über seine Firma SD Investments; er lebt seit 2011 in den Amerikanischen Jungferninseln 4. Eigentümerin von Little St. James ist nach Gerichtsunterlagen von 2026 die Gesellschaft LSJVI, LLC 9.
Warum musste der Nachlass die Inseln verkaufen?
Der Vergleich mit der Regierung der Jungferninseln von Ende 2022 verlangt den Verkauf beider Inseln an unabhängige Dritte 1.
Wohin geht das Geld?
Die Hälfte des Erlöses aus Little St. James ist für einen Fonds der Inselregierung bestimmt, der Hilfen für Opfer von sexueller Gewalt und Menschenhandel finanziert 1,3.
Quellen und Belege
Die Nummern im Text verweisen auf diese Liste. Alle Quellen wurden am Stand-Datum des Artikels abgerufen.
- U.S. Virgin Islands Attorney General Settles Sex Trafficking Case Against Estate Of Jeffrey Epstein And Co-Defendants For Over $105 Million
- Financier buys Jeffrey Epstein's private islands, with plans to create a resort
- SD Investments Announces Acquisition of Great St. James and Little St. James Islands in the United States Virgin Islands
- Billionaire investor buys Jeffrey Epstein's private islands for $60 million
- Still no resort plans for Epstein's islands purchased by Deckoff
- Epstein Island's New Owner in Court Battle for $5.7 Million Tax Refund
- Influencers flock to Epstein's former island to film viral videos
- Owner of Little St. James island sues suspected trespassers
- Jeffrey Epstein's private islands are on the market for $125 million, but who is getting the money?
- Deckoff seeks $5.8M tax refund from V.I. government
- What the billionaire bought when he bought Epstein's islands
Weiterlesen
- Insel und LageEpstein Island: Wo Little St. James liegt und was dort steht16 Min. Lesezeit
- Zugang und RechtKann man Epstein Island besuchen? Rechtslage, Bootstouren und die Fälle von 20269 Min. Lesezeit
- Gebäude und KarteEpstein Island Karte: die Gebäude von Little St. James und der gestreifte Tempel14 Min. Lesezeit